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FC Iserlohn sieht viel Optimierungsbedarf

Iserlohn „Sportbetrieb nach dem Lockdown“ – um sich über dieses Thema auszutauschen, sind am Montag CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, sein Parteifreund und Landtagsabgeordneter Thorsten Schick sowie der Vorsitzende des FC Iserlohn, Jens Breer, und der Jugendleiter des FCI, Jörg Pantring, zusammengekommen. Den Vier stand ein Zeitfenster von 60 Minuten zur Verfügung, dennoch ging es inhaltlich weit über den eigentlichen Rahmen hinaus.
Oder anders ausgedrückt: Ziemiak, der Deutschland gerne auch nach der Bundestagswahl weiter als Mitglied der regierenden Partei mitgestalten möchte, hat viele Hinweise bekommen, wo sportpolitisch der Hebel angesetzt werden sollte. Alle Sorgen des FCI, die diesen keineswegs exklusiv beschäftigen, wird er nicht lösen können. Vielmehr ist der Deutsche Fußball-Bund gefragt, etwa wenn es darum geht, die Durchlässigkeit im Jugend-Leistungsbereich zu gewährleisten.

Pantring erneuert seine Kritik an der geplanten „NLZ-Blase“

Jörg Pantring hatte schon mehrmals Alarm geschlagen wegen des geplanten Vorhabens, nur Mannschaften, die einem Nachwuchsleistungszentrum angehören, in den höchsten Ligen starten zu lassen. So dürfte auch der Wunsch Breers, dass Ziemiak die DFB-Entscheider im Sinne der kleineren Vereine beeinflusst, unerfüllt bleiben. Aber das war ihm schon klar, als er diese Angelegenheit ansprach.

Nein, die Corona-Krise mit ihren weitreichenden Einschränkungen hat den FCI nicht erschüttern können. „Wir sind gut durchgekommen“, sagte Breer, und Pantring begründete: „Durch unseren Leistungsbereich haben wir einen gewissen Ruf. Aber ich befürchte, dass es in den sauerländischen Dörfern zu Problemen kommen dürfte.“ Damit war er mit Ziemiak einer Meinung, der unter anderem diese Befürchtung äußerte: „Die soziale Abschottung, von der viele Kinder schon vor der Krise betroffen waren, wird sich multiplizieren.“

Die FCI-Verantwortlichen führen ihre nach wie vor starke Position auch darauf zurück, dass die Kinder und Jugendlichen auch während des Lockdowns beschäftigt wurden. Aber deswegen legen die Verantwortlichen des heimischen Fußball-Branchenführers ihre Hände nicht in den Schoß. Ein Thema, das alle Beteiligten als sehr wichtig ansehen, sprach Paul Ziemiak an: Die Verzahnung von Schulsport und Vereinen. Damit ist noch nicht einmal die bereits vielfach praktizierte Kooperation von Schulen und Sportvereinen gemeint. Seine Vorstellung geht in eine andere Richtung: „Die Sportpädagogen in den Schulen müssten scouten, die Talente ihrer Schüler erkennen und sie dazu ermutigen, sich in einem Verein weiter zu entwickeln.“ Dass sich Schule und Sportverein momentan zeitlich ziemlich im Wege stehen, ist allen Anwesenden bewusst. Darin sieht Jens Breer aber auch eine Chance. Er sprach sich für die Wiedereinführung von sportlichen Wettbewerben zwischen den Schulen aus und er würde es begrüßen, wenn das soziale Jahr, das viele Schulabgänger momentan auf freiwilliger Basis absolvieren, zur Pflicht werden würde. „Das würde den Jungs und Mädels so gut tun, schließlich geht es draußen zunehmend

drunter und drüber.“
Nur selten sprachen Breer und Pantring Themen an, die wirklich ausschließlich mit dem FC Iserlohn zu tun haben. Dazu gehört der Status des Hembergstadions. „Wir müssen alles mit dem TuS absprechen und erfahren alles als Letzter, auch wenn dort geplante Spiele abgesagt werden“, schilderte Breer, der seine Aussage aber ausdrücklich nicht als Spitze gegen den Großverein verstanden wissen wollte. Jörg Pantring verdeutlichte, „dass der Hauptnutzer normalerweise auch die Platzwartrechte hat“.

Quelle: IKZ, Oliver Bergmann