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Zittersieg nach den Torfestivals

Iserlohn In der Nachspielzeit schnellte der Adrenalinpegel an der Iserlohner Bank in ungeahnte Höhen. Obercastrop warf alles nach vorne und drängte mit Macht auf den Ausgleich. Die ganz großen Chancen gab es zwar nicht, aber das Bangen der Hausherren um den dritten Saisonsieg spitzte sich zu. Kein Wunder also, dass sich die Anspannung beim Schlusspfiff in einem großen Jubelsturm entlud, und den Siegern war es ziemlich gleichgültig, ob dieser Erfolg nun verdient war oder nicht.

Fußball-Westfalenliga: FC Iserlohn – Wacker Obercastrop 1:0 (0:0). Für Iserlohner Verhältnisse ging es unspektakulär zu, schließlich gab es in den bisherigen Partien echte Torfestivals. Aber ein solches stand gegen den starken Neuling nicht zur Debatte, der bis zu seinem Auftritt am Hemberg noch keinen Gegentreffer kassiert hatte. Und der Grund wurde schnell klar: Die Castroper präsentierten sich als gut organisierte Einheit, die mit Konsequenz im Zweikampf einen Gegner kaum zur Entfaltung kommen lässt. So entwickelte sich ein intensives Spiel zwischen beiden Strafräumen, in dem Torchancen rar blieben.

Nach der Führung nutzen die Gastgeber ihre Konter nicht

Die Iserlohner drückten nicht genug auf das Tempo und liefen zu lange mit dem Ball am Fuß, so dass die Gäste kaum einmal in Bedrängnis kamen. Lukas Mertens besaß noch die besten Möglichkeiten, während auf der Gegenseite Daniel Dreesen nur einmal auf der Hut sein musste. Trainer Max Borchmann hatte sein Team auf ein Geduldspiel eingestellt, aber die erste Weiche zum Sieg wurde direkt nach der Pause gestellt. Nach einem abgeblockten Schuss stand Konstantinos Statharas goldrichtig und nahm Maß.

Das Tor passte ideal in den Matchplan des FCI, der gegen einen nun offensiver agierenden Gegner auf mehr Raum hoffen durfte. Den gab es auch, aber die Gastgeber nutzten ihn wegen vieler schlampiger Pässe im Aufbau nicht aus.

Obercastrop übernahm das Kommando, gewann das Gros der Zweikämpfe und gab der von Dustin Wurst sehr gut organisierten Hintermannschaft viel Arbeit. Aber der letzte Pass kam bei den Gästen oft nicht an, so dass die echten Ausgleichschancen bis in die Schlussphase auf sich warten ließen. Da hätte das Spiel aber schon entschieden sein können. Der von Binyamin mustergültig bediente Mathieu Bengsch zielte frei vor dem Tor zu ungenau (73.), und gut zehn Minuten später versagte der bis dahin gut leitende Schiedsrichter Sauer (Netphen) den Hausherren einen klaren Strafstoß, als der flinke Anas Akhabach gelegt wurde. So bliebe es eng, und in der langen Nachspielzeit stockte den Iserlohnern einige Male der Atem. Aber es reichte, und der Saisonstart ist in diesem Jahr definitiv gelungen.

FCI: Dreesen; Turan, Wurst, Statharas, Hunecke (25. Grzelka), Meckel, Schneider (57. Hauser), Schaulandt, Bengsch, Mertens (83. Akhabach), Binyamin (83. Nölle). Obercastrop: Scholka; Hoffmann, Jasmund, Cordero, Brehm, Martinez (71. Nolte), Schröder (71. Fritsch), Kiwowski, Shala, Can (64. Kapitza), Schröter.

Tor: 1:0 (47.) Statharas

Zuschauer: 280 Trainer

Max Borchmann (FCI): „Wir hatten gegenüber der Vorwoche in der Abwehr umgestellt, wollten tiefer stehen und dem Gegner mehr Ballbesitz überlassen. Der Plan ist ganz gut aufgegangen. Nach der Führung haben wir die Konter nicht gut ausgespielt, da war viel mehr drin. Und wir hätten natürlich einen Elfmeter bekommen müssen. Auch wenn es am Ende eng wurde, so war es doch ein verdienter Sieg. Wir hatten die klareren Chancen. Aber dieses Spiel hat Nerven gekostet.“

Quelle: IKZ, Willy Schweer
Foto: IKZ, Dennis Echtermann