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Fulminante Ouvertüre mit einem Tor-Festival

Dortmund. Es kommt eher selten vor, das ein Trainer trotz einer Niederlage über das ganze Gesicht strahlt. „Ich freue mich einfach, dabei gewesen zu sein“, wollte Schürens Coach Arthur Matlik nach dem Abpfiff kein Spiel schlecht reden, das in Zeiten der Corona-Pandemie so manchen Zuschauer eher ein Lächeln ins Gesicht zauberte: „Das waren zwei Top-Mannschaften auf höchstem Niveau.“ Fußball-Westfalenliga: BSV Schüren – FC Iserlohn 3:5 (2:3). Die brillante Ouvertüre zum Saisonstart hatte wohl auch Iserlohns Trainer Max Borchmann so kaum erwartet. Seine junge Mannschaft legte einen Start hin, der die mitgereisten Fans im Schürener Stadion begeisterte.

Dabei musste die Iserlohner zunächst einen Nackenschlag verkraften, denn bereits nach fünf Minuten lagen sie in Rückstand. Dreesen konnte noch gegen Torjäger Bednarski klären, doch der Ex-Hennener Hines drückte den Abpraller über die Torlinie. „Jetzt wird es für uns schwierig“, mutmaßte Borchmann, weil der Treffer aus dem Nichts heraus fiel und seine Elf zuvor schon zwei gute Offensivaktionen hatte. Doch die Gäste fanden mit jeder Minute besser ins Spiel. Mit langen Pässen hinweg über die Dreier-Kette des Gegners auf ihre pfeilschnellen Offensivkräfte setzten sie die Dortmunder unter Druck. Die bekamen auch aufgrund des konsequenten Iserlohner Pressings keine Struktur mehr in ihren Aktionen.

Der Lohn waren drei sehenswerte Tore, nachdem Acquistapace gegen Mertens noch auf der Torlinie gerettet hatte. Nach einem Dane-Freistoß legte Binyamin per Kopf auf, und Meckel glich mit der Brust aus (32.). Keine Minute später schickte Schlussmann Dreesen mit einem weiten Ball Schaulandt auf die Reise. Der legte quer, Dane ebenfalls und Binyamin schob ein – ein Konter aus dem Lehrbuch. Es kam noch besser, als Schaulandt auf Hauser durchsteckte. Der scheiterte mit seinem Lupfer zwar am Keeper, doch Bengsch verwertete den Abpraller zum 1:3 (42.). Das wäre wohl die Vorentscheidung gewesen, wenn nicht Stratacis einen Wurst-Fehler kurz vor der Pause mit dem Anschlusstreffer bestraft hätte.

Iserlohner in der zweiten Halbzeit zunächst viel zu passiv

Nach dem Wechsel agierten die Gäste zu passiv, standen zu tief und verbaselten mit langen Pässen jeden Ballgewinn. Der FCI bettelte um den Ausgleich, Bednarski nahm es dankend an (74.). Erst danach fingen sich die Iserlohner wieder und der gerade zuvor eingewechselte Akhabach stand nach Binyamins feiner Vorarbeit goldrichtig (83.). Als schließlich Bernhard den enteilten Binyamin nur festhalten konnte und die rote Karte sah, beseitigte der FCI in der Nachspielzeit alle Zweifel am Sieg. Wurst machte seinen Fehler wieder gut, klärte per Kopf auf Akhabach, der vom eigenen Strafraum über das ganze Feld stürmte und Hauser den Schlusspunkt setzen ließ.

Quelle: IKZ, Helmut Muschiol