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Pantring: „Jetzt an den Stellschrauben drehen“ Foto: Dennis Echtermann

Pantring: „Jetzt an den Stellschrauben drehen“ TOP NEWS

Iserlohn. Die leistungsstärkste Fußball-Nachwuchsabteilung in der Region beschloss die Spielzeit mit großen Erfolgen: Dem Aufstieg der B-Juniorinnen in die Bundesliga und jenem der C-Junioren in die Regionalliga. Jörg Pantring, der Jugendleiter des FC Iserlohn, zog im Gespräch mit unserer Zeitung eine Saisonbilanz.

 

Frage: Die beiden Aufstiege waren vielbejubelte Schlusspunkte dieser Spielzeit. Kann man also sagen: Ende gut, alles gut?
Pantring: Für einen Amateurverein ist es außergewöhnlich, mit zwei Mannschaften in den höchsten deutschen Ligen vertreten zu sein. Für die Mädchen ist es toll, das Comeback geschafft zu haben, für die Jungs freut es mich besonders, weil sie schon zweimal das Entscheidungsspiel verloren haben.

 

Wie groß wird die Herausforderung in den höheren Ligen?
Pantring: :Die Mädchen haben ja schon ein Jahr Erfahrung in der Bundesliga gesammelt, die ihnen jetzt zugute kommt. Man weiß, was infrastrukturell zu tun ist, und in finanzieller Hinsicht ist es natürlich hilfreich, dass ein Amateurverein Zuschüsse vom Verband bekommt. Bei den C-Junioren sehe ich es wie damals, als wir mit A- und B-Junioren in der Regionalliga gespielt haben. Ich hoffe auf den viertletzten Platz, und dafür arbeitet die sportliche Leitung zusammen mit dem neuen Trainer am passenden Kader.

Stichwort Trainer: Haben Sie keine Bauchschmerzen, dass ausgerechnet jetzt mit Oliver Ruhnert eine absolute Koryphäe aussteigt? Und sein Nachfolger Max Borchmann spielt selbst in Brünninghausen und ist dort auch Co-Trainer.
Pantring: Ruhnerts Arbeit auf Schalke lässt keine andere Lösung zu, aber er ist für uns ja nicht aus der Welt. Max Borchmann ist zu uns gekommen, weil wir ihm die Ruhnert-Nachfolge zutrauen. Wir glauben an das Trainerteam, und mich beruhigt es, dass wir für die Saison 2018/2019 die Westfalenliga schon jetzt sicher haben. Denn selbst wenn es nicht reichen sollte in der Regionalliga fallen wir relativ weich. Aber jetzt sollen die Jungs erst einmal ihren Erfolg genießen und am 8. Juli die Aufstiegsfeier starten lassen.

Die beiden Aufstiege können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass A- und B-Junioren weiter auf der Stelle treten. Wie bewerten Sie deren Saison?
Pantring: Lassen Sie mich noch beim Positiven bleiben. Unsere U13 ist Bezirksligameister und Kreispokalsieger geworden, unsere U12 Kreismeister und unsere zweite B-Juniorenmannschaft hat in der Bezirksliga lange um den Titel mitgespielt. Das ist also rundherum erfreulich. Nicht zufrieden bin ich mit den B-Junioren, die erst am drittletzten Spieltag den Westfalenligaverbleib klar gemacht haben. Und bei den A-Junioren ist es schwer, wenn nicht alle Spieler bereit sind, hundert Prozent Leistung zu bringen. Der Abstieg von vor einem Jahr tut immer noch weh, weil er so unnötig war. Aber wir müssen unbedingt wieder zurück in die Westfalenliga. Dass wir jetzt schon wieder einen neuen Trainer haben müssen, weil Paul Freier nur für eine Saison zugesagt hatte, ist seit langem klar. Aber ich hoffe, dass wir endlich auch bei den Trainern mehr Kontinuität reinbekommen, für die ja Oliver Ruhnert und Sascha Clever stehen.

Wie kann der FC für talentierte Spieler interessanter werden?
Pantring: Mit der Renovierung des Sportplatzes in Oestrich wird ein großer Nachteil wegfallen. Wir werden bessere Trainingsbedingungen anbieten können, und darüber hinaus wollen wir uns auch um eine bessere physiotherapeutische Betreuung kümmern. Natürlich denke ich auch an den Fahrdienst, aber das kostet alles auch Geld.

Der FC-Vorsitzende Jens Breer hat ja mehrfach betont, wie wichtig es ihm ist, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Da wäre es doch nur konsequent, auch mehr Geld zur Verfügung zu stellen.
Pantring: Das ist so, und gerade nach den jüngsten Erfolgen müssen wir Gas geben. Ich bin ja nicht ohne Grund als Jugendleiter in den geschäftsführenden Vorstand gegangen und habe mich zum zweiten Vorsitzenden wählen lassen. Ich will an den Stellschrauben drehen, damit sich der Verein in die richtige Richtung entwickelt. Mein Wunsch ist es, dass wir Jahr für Jahr A-Jugendliche in die erste Mannschaft bringen und dass in ein paar Jahren die Reserve in der Bezirksliga spielt.

Wie groß ist eigentlich die Gefahr eines echten Aderlasses in den Leistungsmannschaften?
Pantring: Genaueres weiß man nächste Woche. Es ist normal, dass uns beispielsweise A-Jugendliche verlassen, weil sie bei ihrem Stammverein bei den Senioren spielen wollen. Ich habe Verständnis für manche Wechsel, aber wenn ein Verein aus Dortmund, wie gerade geschehen, insgesamt fünfzehn C- und B-Jugendliche von uns abwerben will, dann ist das eine Frechheit. Und dagegen werden wir entschieden vorgehen.

War es unter dem Strich ein gutes Jahr für den FC?
Pantring: Ich bin heute jedenfalls glücklicher als vor einem Jahr.

 

 

Quelle: IKZ, Willy Schweer